Welt auf zwei Rädern

Bogota – endlich gelandet

Blick auf Bogota

Geplant war eine Südamerikatour – doch es sind eineinhalb Monate vergangen, bis wir in der kolumbianischen Hauptstadt und somit in Südamerika angekommen sind. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich darin, dass es einfach zu viel Interessantes auf dieser Erde gibt, das wir sehen möchten. So kam bei der Flugsuche die Idee auf, Kuba in die Reise miteinzubinden und da es eine günstige Flugverbindung mit Zwischenstopp in Cancun nach Bogota gab, bauten wir auch noch den Mexikourlaub in die Reise mit ein. Es kamen also einige Flüge zusammen und im Buchungswahn haben wir offenbar ganz vergessen, dass wir mit Fahrrädern und ganz schön viel Gepäck reisen. Bei den Gepäckbedingungen der Airlines blickten wir nicht ganz durch. Es gibt keine einheitlichen Gepäckbestimmungen und schon gark eine einheitlichen Bestimmungen der Airlines was die Fahrradmitnahme angeht, weshalb wir schon vor der Reise telefonisch bei den Airlines und im Reisebüro alles abzuklären versuchten. Anhand der Informationen packten wir unsere Räder und das gesamte Gepäck und waren guter Dinge. Als wir dann mit unseren Fahrradkartons und unserem gesamten Gepäck an den Flughäfen einchecken wollten, ernteten wir jedoch immer skeptische Blicke und meist folgte ein „no – it is not possible“.

In Havanna wollte man unsere Räder nicht mit nach Cancun nehmen und in Cancun wollte man uns selbst erst gar nicht mitnehmen. Die Räder sind zu schwer, der Karton zu groß, es sei nur ein Gepäckstück erlaubt und für Kolumbien sei ein Weiterflugticket nötig, waren die Argumente. Es kam immer zu langen Diskussionen und wir fühlten uns als würden wir vor Wut gleich platzen, doch genau das Gegenteil war in diesen Fällen das Richtige. Immer freundlich und bestimmt bleiben und warten. Letztendlich durften wir fünf Minuten vor Check-In Schluss einchecken, mussten allerdings immer Aufpreis zahlen. Unser Gepäck kam dafür dann aber meist als erstes vom Gepäckband.

Wir freuten uns daher, als wir endlich in Bogota angekommen waren. Keine fixen Weiterreisetermine, kein Fahrrad ein- und auspacken, keine Gepäckbestimmungen, kein Check-In – ab jetzt nur mehr Reiseradeln. Bogota erwies sich dabei für uns als Goldgriff. Nicht nur wegen dem absolut interessanten Goldmuseum, welches hier an Sonntagen sogar kostenlos besucht werden kann, auch aber besonders weil in Bogota an Sonn- und Feiertagen eine Art Ausnahmezustand herrscht. Denn dann ist von 7-14 Uhr Ciclovia. Im Stadtgebiet werden innerhalb dieses Zeit Straßen für den motorisierten Verkehr gesperrt und so nicht nur Radfahrern, sondern auch Läufern, Skatern, Walkern, Spaziergängern und Hundebesitzern ermöglicht, deren Sport ungehindert auszuüben. Da ist sprichwörtlich der „Bär“ los. Wir waren 45km in der Stadt unterwegs, gefühlte Millionen Radler begleiteten uns. Wir kurvten zusammen mit Radlern auf Rennrädern, Zeitfahrrädern, Mountainbikes, Lastenrädern, Kinderrädern, Einrädern, Eingangrädern, Waffenrädern oder Lastenrädern durch die Stadt ohne auch nur einmal von einem Auto, Moped oder LKW ausgebremst zu werden. Entlang der Straßen gibt es unzählige Versorgungsstände mit Essen und Getränken, Fahrradmechaniker und sogar Tierärzte sind an den gesperrten Straßen und untersuchen „kostenlos“ Tiere. Organisiert und finanziert wird alles von der Stadt. Als „Streckenposten“ agieren großteils Studenten/Schüler, die im letzen Studien-/Schuljahr an 10 Wochenenden freiwilligen Sozialdienst leisten. Ein einzigartiges Erlebnis.

Bogota gefiel uns sofort. Die Stadt liegt auf 2600m, ist von 3000m hohen Bergen umgeben und hat eine jährliche Durchschnittstemperatur von 15Grad – dies kommt gerade recht nach der Hitze in Kuba und Mexiko. So wurden aus geplanten 3, letztendlich 8 Nächte. Wir planten hier unsere Weiterreise, Birgit übte ihr Spanisch mit dem Hostelpersonal, ich kurierte meinen Durchfall aus und so verging ein Tag nach dem anderen. Nachdem wir am Vortag mit Orlando, dem Besitzer des Hostels, die Stadtausfahrt genau geplant hatten, verließen wir am 1. August Bogota.

Hier gehts zu den Fotoimpressionen aus Kolumbien.

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August 1, 2015 - Posted by | Kolumbien

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